Schultereckgelenksverrenkung

Schultereckgelenksverrenkung ACG Tossy III

Schultereckgelenksverrenkung ACG Tossy III

Symptome:

Bei einer kompletten Ruptur (Tossy 3) und angedeutet auch bei größeren Teilrupturen kann bei der körperlichen Untersuchung das meist schmerzhafte „Klaviertastenphänomen“ ausgelöst werden: das nach oben abweichende äußere Ende des Schlüsselbeines kann vom Untersucher wie eine Klaviertaste nach unten gedrückt werden, federt aber beim Nachlassen das Druckes sofort wieder nach oben. Das Ausmaß des Klaviertastenphänomens ist ein indirekter Hinweis auf das Ausmaß der Bandverletzung.

Ursachen:

Die Schultereckgelenksverrenkung (auch Schultereckgelenksprengung, AC-Gelenksprengung, ACG-Sprengung oder AC-Sprengung) ist eine durch traumatische äußere Einwirkungen (z. B. Sturz auf die Schulter) verursachte komplette oder inkomplette Sprengung des Schultereckgelenkes (Zusammentreffen von Schlüsselbein und Schultergräte bildet die Spitze bzw. das Dach der Schulter; ACG = Acromioclaviculargelenk.
Als Folge nach einem Unfall oder im Rahmen der Degeneration kann es zu einer Arthrose im Bereich des ACG kommen. Diese muß nicht zwangsweise schmerzhaft sein !
Bei Schmerzen erfolgt primär eine konservative Therapie mit entzündungshemmenden Medikamenten und Infiltration mit Kortison. Bei Persistenz der Beschwerden ist eine operative Therapie mit Entfernung des Schlüsselbeinendes möglich. Die Ergebnisse sind gut bis sehr gut.

Diagnostik:

In der Röntgendiagnostik werden in Zweifelsfällen Aufnahmen von beiden Schultern zum Vergleich angefertigt. Dies kann als eine Panoramaaufnahme des gesamten Schultergürtels erfolgen. Hierbei ist die Untersuchung mit Gewichten (5 bis 10 kg) an den Handgelenken sensitiver als Aufnahmen ohne.

Therapie:

Grundsätzlich ist bei Tossy I und II keine operative Therapie angezeigt, sondern die konservative Versorgung mittels Gilchristverband oder Desault-Verband zusammen mit Physiotherapie und Analgesie. Tossy III kann bei jüngeren Patienten operiert werden. Bei Begleitverletzungen oder wenn eine konservative Therapie nicht indiziert ist, stehen je nach Ausprägung der Verletzung mehrere Operationssysteme zur Verfügung:

  • Kirschnerdraht
  • Drahtschlinge (Cerclage)
  • Hakenplatte
  • TightRope-System (minimal-invasive OP-Technik)