Brüche im Bereich der Schulter

Der Schlüsselbeinbruch

Schlüsselbeinbruch

Schlüsselbeinbruch

Schlüsselbeinbruch postoperativ

Schlüsselbeinbruch postoperativ

Symptome:

Das erste Symptom des Schlüsselbeinbruchs ist eine sicht- und tastbare Schwellung oder Stufenbildung im Verlauf des Knochens. Außerdem spürt der Betroffene einen Druck- und Bewegungsschmerz.
Selten kommt es zu einer offenen Verletzung durch eine Hautdurchspießung. Verletzung von Gefäßen und Nerven sind auch sehr selten. Diese Verletzungen müssen operativ versorgt werden.

Ursachen:

Am häufigsten tritt diese Form des Knochenbruchs bei Kindern und Jugendlichen bei der Ausübung von Sportarten wie Fußball, Ski-, Snowboard fahren, Rad fahren und Reiten auf.
Bei Erwachsenen findet sich häufig ein Sturz auf die Schulter als Ursache.

Diagnostik:

Häufig ergibt sich schon bei der klinischen Untersuchung die Diagnose durch lokale Schwellung, Druckschmerz, tastbare Knochenenden unter der Haut oder Knochenreiben. Die Diagnose wird durch eine Röntgenuntersuchung  bestätigt.

Therapie:

Meist genügt es für vier bis sechs Wochen (bei Kindern drei bis vier Wochen) einen Rucksackverband  anzulegen. Eine komplette Ruhigstellung der Klavikula ist nicht möglich, aber auch nicht notwendig.
Etwa 90 % der Klavikulafrakturen heilen problemlos unter konservativer Therapie aus. Bei Kindern ist ein operativer Eingriff selten notwendig. Zwischen 5-20% der konservativ behandelten Schaftbrüche beim Erwachsenen heilen jedoch nicht zusammen und bilden ein falsches Gelenk (Pseudoarthrose).
Eine Operation ist auch heute bei komplizierten Brüchen notwendig. Außerdem ist sie angezeigt bei Gefäß- oder Nervenverletzungen. Sie folgt auch einer nicht erfolgreichen konservativen Behandlung.
Die operative Behandlung der Klavikulafraktur erfolgt mit Platten oder Markraumnägel in einer Vollnarkose. Nach der Operation wird die Schulter für 4-6 Wochen in einer Bandage ruhiggestellt. Volle Sportfähigkeit ist ab der 12 Woche möglich.

Der Oberarmkopfbruch

Oberarmkopfbruch Präoperativ

Oberarmkopfbruch präoperativ

Oberarmkopfbruch Postoperativ

Oberarmkopfbruch postoperativ

Symptome:

Es zeigt sich immer eine deutliche Schwellung mit Bluterguß im Bereich der Schulter mit massiver Bewegungseinschränkung. Verletzung von Gefäßen und Nerven sind selten.

Ursachen:

Der Oberarmkopfbruch stellt 5 % aller Brüche dar und ist eine typische Verletzung des älteren Menschen und tritt besonders häufig bei Frauen mit Osteoporose auf.
Beim jungen Patienten ist der Bruch Folge von erheblicher Gewalteinwirkung, z.B. durch einen Skiunfall.

Diagnostik:

Zuerst wird die Diagnose mit dem Röntgenbild gestellt. Bei komplizierten Brüchen wird zusätzlich eine Computertomographie notwendig.

Therapie:

Zuerst erfolgt die Ruhigstellung in einer Bandage. Bei gering verschobenen Brüchen kann eine konservative Therapie eingeschlagen werden. Eine Ruhigstellung wird maximal für 3 Wochen erforderlich.
Bei verschobenen Brüchen ist eine Operation notwendig. Zur besseren Planung wird ein CT durchgeführt.
Diese Brüche können mit Drähten, Schrauben, Platten und Nägel versorgt werden. Das eingesetzte Material ist von der Form des Bruches abhängig. Oft verbleibt eine Bewegungseinschränkung des Schultergelenkes, weshalb eine sofortige passive Bewegungstherapie nach der Operation notwendig ist.
Wenn der Bruch sich nicht rekonstruieren lässt, besteht die Möglichkeit zum Einbau einer Prothese.

Oberarmschaftbruch

Oberarmschaftbruch Präoperativ

Oberarmschaftbruch präoperativ

Oberarmschaftbruch Postoperativ

Oberarmschaftbruch postoperativ

Symptome:

Vom Unfallhergang hängt auch das Ausmaß der möglichen Begleitverletzungen ab: Beim direkten Trauma können erhebliche Verletzungen der Muskulatur und des Unterhautfettgewebes im Sinne von Zerreißungen und Einblutungen sowie Nervenschäden vorliegen. Die Symptomatik sind Schmerzen im Frakturbereich, aufgehobene aktive Beweglichkeit im Ellbogen-, und Schultergelenk sowie die abnorme Beweglichkeit im Schaftbereich des Oberarmes, verbunden mit tastbarem Knirschen.

Ursachen:

Oberarmschaftbrüche können zum einen durch direkte Gewalteinwirkung wie Schlag mit hartem Gegenstand, Verkehrsunfall (seitlicher Aufprall eines anderen Fahrzeugs) oder Sturz auf einen harten Gegenstand entstehen, häufiger ist die indirekte Gewalteinwirkung wie Sturz auf den gebeugten Arm.

Diagnostik:

Das Röntgenbild in zwei Ebenen stellt den Frakturverlauf für die Therapieplanung hinreichend zuverlässig dar. Nur in seltenen Ausnahmefällen sind Zusatzuntersuchungen wie die Computertomographie nötig.

Therapie:

Seit der in den 1990 er Jahren aufgekommenen Entwicklung neuer Marknägel und winkelstabiler Platten zeigt sich ein Trend von der konservativen zur operativen Therapie.
Die konservative Therapie hat nach wie vor ihren Stellenwert bei Patienten mit stark erhöhtem Operationsrisiko oder bei Ablehnung eines operativen Eingriffs.
Bei korrekter Durchführung können mit der konservativen Behandlung gute bis sehr gute Heilungsraten erzielt werden. Die Komplikationsrate ist niedrig.
Die Nachteile des konservativen Vorgehens bestehen in der Gefahr der Ellenbogen- oder Schultersteife durch eine lange Ruhigstellung und schlechterer Körperhygiene durch die Verbände.
Bei der operativen Therapie stehen sowohl Marknägel als auch Titanplatten zur Versorgung des Bruches zur Verfügung. Der Vorteil ist eine sofortige Bewegungstherapie ohne Gefahr für eine Bewegungseinschränkung von Ellenbogen und Schultergelenk.
Bei Kindern werden vielfach zwei gegenläufige eingebrachte Marknägel zur intramedullären Stabilisierung eingesetzt, die direkt übungsstabil und schnell belastungsstabil sind.